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Artikel

Lymphknoten und vergrößerte Mandeln

  • Dr. Szőke Henrik

Infektionen der oberen Atemwege und Mandelentzündungen gehen fast immer mit einer Schwellung der Halslymphknoten einher. Ein großer Teil der Lymphflüssigkeit aus dem lymphatischen Gewebering im Bereich von Nase, Rachen und Mundhöhle wird zu diesen Lymphknoten abgeleitet. Wenn sie anschwellen, kann man seitlich am Hals oder im Kieferwinkel knotige, unterschiedlich druckempfindliche Schwellungen tasten.

Für die Beobachtung dieses Prozesses bleibt uns in der Regel genügend Zeit.

Die Heilung kann auf zwei Arten verlaufen:

Meistens ziehen sich die entstandenen Knoten langsam zurück, und es bleiben noch über Monate hinweg tastbare, leicht verhärtete Lymphknoten bestehen, die mit der Zeit immer kleiner werden. Tritt in diesem Bereich erneut eine Entzündung auf, schwellen sie wieder an.

Im anderen Fall bemerken die Eltern gewöhnlich, dass die schmerzhaften Knoten von Tag zu Tag größer und härter werden, schließlich miteinander verschmelzen und die Haut darüber eventuell gerötet ist. Dies ist ein Zeichen dafür, dass sich ein Abszess gebildet hat, der entweder von selbst aufbricht oder chirurgisch eröffnet werden muss.

Nach unserer Erfahrung lohnt es sich, eine einfache Lymphknotenschwellung ohne Antibiotika auszuhalten. In diesem frühen Stadium – also noch vor der Abszessbildung – gelingt dies mit anthroposophischen, homöopathischen und phytotherapeutischen Präparaten, mit desinfizierend wirkenden warmen Tees sowie lokalen Wickeln fast immer erfolgreich.

Für Umschläge eignen sich verschiedene Wirkstoffe.

Bei leichteren Entzündungen empfehlen wir Eukalyptuspaste oder eine 10%ige medizinische Engelwurzsalbe (Archangelica). Die erwärmte Paste wird auf ein Baumwolltuch gestrichen, das den Hals möglichst faltenfrei in voller Höhe bedeckt, jedoch nicht vollständig umschließt. Beim Anlegen sollten die Halswirbel hinten auf beiden Seiten etwa zwei Finger breit frei bleiben. Darüber wird ein gleich großes Wolltuch gelegt.
Dauer: die ganze Nacht oder zweimal täglich bis zum Abkühlen. Nach dem Wickel sollte der Hals weiter warm gehalten werden. Das Tuch kann mehrfach verwendet werden, wenn es etwas aufgefrischt wird. Es genügt, jeweils nur so viel Salbe neu aufzutragen, dass das Tuch leicht fettig glänzt.

Bei stärkeren Entzündungen können kühle oder heiße Zitronenwickel oder Quark-Joghurt-Wickel versucht werden.

Für den Zitronenwickel legt man eine halbierte unbehandelte Zitrone in eine kleine Schüssel, übergießt sie mit lauwarmem oder kochendem Wasser und schneidet erst danach Fruchtfleisch und Schale klein. Dadurch gehen wertvolle Inhaltsstoffe nicht verloren. Anschließend werden die Stücke ausgepresst. Das Tuch wird von beiden Enden zur Mitte hin aufgerollt und in den Zitronensaft getaucht. Das ausgewrungene Tuch wird auf den Kehlkopf gelegt und möglichst faltenfrei in beide Richtungen um den Hals gewickelt. Dabei darauf achten, dass es nicht zu heiß ist. Mit einem Wollschal fixieren.
Dauer: ein oder mehrere Stunden, je nach Empfindlichkeit der Haut. Bei Juckreiz sollte der Wickel entfernt werden.

Für den Quarkwickel werden Quark und Joghurt zu gleichen Teilen gemischt, auf 40–45 °C erwärmt und ähnlich wie die Salbe in einem dünnen Streifen auf ein feines Baumwolltuch gestrichen. Je nach Konsistenz kann die Schicht dünner oder dicker aufgetragen werden.
Dauer: Der Wickel bleibt so lange auf der Haut, bis die Quarkschicht getrocknet ist (etwa drei bis fünf Stunden). Bei Kuhmilchallergie oder Ekzemen sollte diese Anwendung nicht durchgeführt werden. Ansonsten mögen sogar Kinder diesen Wickel meist gerne, die normalerweise keine Freunde solcher Anwendungen sind – vorausgesetzt, er ist angenehm warm.

Bei der Beschaffung und Anwendung der oben genannten Salben und Pasten helfen wir Ihnen gerne in unserer Praxis.

Nun wünschen wir gute Pflege und gute Besserung!